Aromatherapie

Aromatherapie ist ein Gebiet der Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde und arbeitet mit ätherischen Ölen. Ätherische Öle sind von Pflanzen produzierte Mischungen von Duftstoffen. Sie werden aus Pflanzen oder Pflanzenteilen hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation, aber auch durch Kaltpressung (Zitrusöle) oder Extraktion (einige Blütenöle) gewonnen; sie sind sehr konzentriert und bestehen aus komplexen Mischungen unterschiedlichster Substanzen.


In der Aromatherapie werden die ätherischen Öle aufgrund ihrer spezifischen Wirkung auf den Körper und die Gefühlsebene gezielt und kontrolliert eingesetzt.
Die ätherischen Öle gelangen dabei entweder über die Haut (z. B. durch Aromaölmassage), durch die Nase und die Bronchien (z. B. durch Inhalation) oder durch Einnahme oder Zäpfchen (nur durch Arzt/Apotheker oder erfahrenen Therapeuten zu empfehlen) in den Körper und lösen dort eine organische Wirkung direkt auf die Organe aus (z.B. krampflösend, verdauungsfördernd, schmerzhemmend etc.).

Daneben entfalten ätherische Öle ihre Wirkung aber auch über das sogenannte limbische System in unserem Gehirn. Das limbische System dient einerseits der Verarbeitung von Emotionen und Erinnerungen und ist verantwortlich für die Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormone) sowie anderen Hormonen. Andererseits bestimmt das limbische System aber auch lebenserhaltende Funktionen wie Herz-Kreislauffunktion, Atmung und Temperaturregelung.
So werden neben den direkten organischen auch indirekte Wirkungen erzeugt.  Über eine Wiederherstellung des psychischen Gleichgewichts wird so auch die körperliche Harmonie wieder hergestellt. Die positive Beeinflussung der Gemütslage kann ausserdem dazu beitragen, die Selbstheilungskräfte der Menschen zu aktivieren.

Ätherische Öle sind extrem starke und gleichzeitig dennoch subtile Substanzen. Aufgrund ihrer starken Kozentration an Aktivstoffen erfordert ihre Anwendung sehr präzise Kenntnisse.

Geschichtliches

Die Geschichte der Aromatherapie ist lang. Räucherungen mit aromatischen Pflanzen zur Behandlung von Krankheiten und als spirituelles oder magisches Hilfsmittel haben eine Jahrtausende alte Tradition in allen Kulturen der Welt. Schon im alten Ägypten wurden aromatische Öle zur Massage benutzt und in Indien werden aromatische Pflanzen seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin verwendet. Auch im alten China verwendete man aromatische Substanzen als Heilmittel, entweder phytotherapeutisch zum Einnehmen oder in Aromaölen zur Heilmassage. Und bereits vor 40'000 Jahren benutzten die Aborigines regelmässig die Blätter des Tea Trees - das in ihnen enthaltenen Öl ist heute eines der wichtigsten ätherischen Öle.

Beträchtlich zur „Wiederentdeckung“ der ätherischen Öle beigetragen hat schliesslich der französische Chemiker René Maurice Gattefossé (1881-1950), der die verschiedenen Pflanzenöle näher untersucht hat und 1936 ein Buch zur „Aromathérapie“ zur Veröffentlichung brachte. Damit war der Name dieser Therapie geboren.

Heute wird die Aromatherapie auch wissenschaftlich untersucht; in den letzten Jahren konnte man einen Anstieg ernst zu nehmender Studien und Veröffentlichungen beobachten: Aromatherapie ist nicht mehr länger nur alternative Therapiemethode, sondern bietet komplementäre Therapiemöglichkeiten zur klassischen westlichen Medizin.